OOP 2010 – Ein kurzer Reisebericht

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Mit nun ein paar Tagen Abstand möchte kurz über meine Reise zur Konferenz „OOP 2010“ berichten. Die diesjährige Konferenz hat vom 25. – 29. Januar 2010 im International Congress Center (ICM) in München stattgefunden. Ich habe der OOP in diesem Jahr meine erste Aufwartung gemacht.Englisch version coming soon …

Angelehnt an die IT-Landkarte und den damit verbundenen Reisezielen von Gernot Starke (vergleiche Dr. Gernot Starke- Publikationen) kann ich festhalten, dass meine Tagesausflüge nach Architektionien oder Analytistan sehr viele positive Erfahrungen und Eindrücke hinterlassen haben.

Im Unterschied zu anderen Konferenzen, wie z. B. der Jax, fokussiert die OOP für mich viel stärker die „Business Aspekte“ im Zusammenhang mit IT. Die Veranstaltungen bieten Erfahrungen und Modelle, um die gefühlte, als auch erlebte meine „Grenze“ zwischen der Business-Welt und der IT-Welt besser zu verstehen, sowie Ideen, Tendenzen, Lösungen und Entwicklungen um die Beziehungen dieser beiden „Welten“ zu verbessern.

In meiner bisherigen Tätigkeit in der IT, erst als Entwickler und mittlerweile als Architekt, habe ich die technischen Aspekte beim Design und der Entwicklung fokussiert. Diese sind nicht nur interessant und spannend, sondern haben einen großen Coolness-Faktor (vergleiche die Keynote „Nachbars Garten – Wo Architekten lernen„ von Gernot Starke). Nun arbeite ich „auf einmal“ viel enger und intensiver mit fachlichen Domänenexperten, Projektleitern oder Businessanalysten, mit jeweils individuellen Anforderungen, unterschiedlichen Interessen und eigentümlichen Sprachen. Ich muss feststellen, dass „coole Technik“ nicht ausreicht um als Architekt im Grenzgebiet zu „überleben“. Aus diesem Grund habe ich eine Veranstaltung gesucht die mir neue Ideen, sowie Impulse für meine Arbeit bietet.

Nachdem ich das Programm zum ersten Mal überflogen habe, war meine Neugier sofort geweckt. Einige bekannte Namen wie z. B. Philippe Kruchten oder Eric Evans kündigten interessante Vorträge und Tutorials an. Letzt endlich sind mir unter anderem die Veranstaltungen dieser beiden Sprecher nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Veranstaltungen dieser Art und der spezielle Architektur Tag (Donnerstag den 28.01.2010), organsiert von Peter Hruschka und Gernot Starke (zwei weiteren bekannten Personen im Umfeld Architektur), bestärken mich, das Architektur wesentlich mehr ist als z. B. Design. Zu den Themen Architektur oder der Beziehung von IT zur (Fach) Domäne, habe ich eine Menge Ideen, sowie Erfahrungsberichte von den dortigen Bewohnern und anderen Reisenden mitgenommen. Vor allem der direkte Kontakt während der Vorträge, der anschließenden Q&A Runden, sowie den Diskussionen und Gesprächen mit den Sprechern und anderen Teilnehmern im Nachgang, z. B. beim Mittagessen, hinterlassen einen positiven Eindruck. Diese sind nicht nur interessant, sondern haben mir gezeigt, dass sich viele der „Herausforderungen“ denen ich in meinem täglichen Leben und auf meinen Reisen im „Grenzgebiet“ begegne, sich dabei sehr ähneln. Das Lachen kam dabei auch nicht zu kurz.

Unter dem Slogan „Software meets Business“ und dem Motto „Productivity: People, Process, and Technology“ bietet meines Erachtens die OOP eine Möglichkeit, Architektur (neben anderen Schwerpunkten) von verschiedenen Standpunkten und Sichtweisen zu betrachten. Wer mehr über die Facetten von Architektur erfahren und diskutieren möchte, dem empfehle ich einen Besuch dieser Konferenz.

Besonders hervorheben möchte ich die folgenden Veranstaltungen, meine persönlichen Top 3:

  • Tutorial mit Philippe Kruchten: “Software Architecture Knowledge Management – Theory and Practice, Methods and Tools”
  • Keynote mit Gernot Starke: “Nachbars Garten – Wo Architekten lernen“
  • Tutorial mit Eric Evans, Hans Dockter: „Domain-Driven Design: The Basics / Strategy”

Die Ideen und Impulse für das Überleben als Architekt, die ich in meinen vielen Tagesausflügen gesammelt habe, werde ich sicherlich in meiner Arbeit im „Grenzgebiet“ weiterverfolgen. Somit sind sicherlich nicht nur meine „Top 3“, sondern auch die Erfahrungen und Erlebnisse weitere Blogeinträge wert. To be continued …

Ansgar ist seit 2009 als Product Owner und Architekt für die codecentric AG tätig. Agile Werte bestimmen sein Denken und tägliches Handeln. Weiterhin gibt er seine gewonnenen Erfahrungen und sein Wissen im agilen Coaching an Kunden weiter. Seine aktuellen Schwerpunkte sind Product Development Flow, verteilte Systeme und Resilient Software Design.

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Kommentare

  • Mirko Novakovic

    Hallo Ansgar,

    da ich gerade das Buch „Domain Driven Design“ von Eric Evans zum zweiten Mal lese (um Anregungen für unser Scrum Developer Training zu bekommen), bin ich besonders gespannt auf Deinen Bericht zum entsprechenden Tutorial.

    Aus meiner Sicht ist die Domaine das Herz einer jeden Software, fällt aber häufig den „Frameworks“ zum Opfer…sprich: Dem Fokus der Entwickler auf Technologien.

    Grüße
    Mirko

    • Ansgar Fitz

      Hallo Mirko,

      ich habe das Buch bisher nicht gelesen. Es wurde mir jedoch häufig empfohlen. Nun habe ich die Chance genutzt, Eric Evans „unbelastet“ zuhören zu können. Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Tutorial von der Art und dem Inhalt her, für mich sehr aufschlussreich gewesen ist. Auf jeden Fall werde ich mir das Buch zeitnah vornehmen.

      Seit dem Tutorial stellt sich DDD mir als ein (mögliches) Nervensystem dar. Im Grunde sind im Lebenszyklus eines IT-Systems Informationen aus der Domäne (Umwelt) und dem „IT-System“ (Organismus) wahrzunehmen bzw. aufzunehmen, diese zu verstehen, aufzubereiten, zu verarbeiten und auf dieser Basis „Reaktionen“ zu veranlassen, um möglichst optimal auf Veränderungen zu reagieren.

      Doch dazu mehr im Blog 😉

      Gruß
      Ansgar

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