Anforderungen in agiler Softwareentwicklung – ein kurzer Überblick

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Aktuell existieren verschiedene Techniken und Methoden für agiler Anforderungssammlung und Anforderungsmanagement.

Zu ihnen gehören Anwendungsfälle oder Use Cases, Anwendererzählungen oder User Stories, Innovation Games, Color Modeling, User Story Mapping und als eine der neuesten Techniken Impact Mapping.
Alle diese Techniken adressieren unterschiedliche Probleme, haben unterschiedliche Ziele und werden deswegen folgerichtig auch unterschiedlich verwendet.


Use Cases gehören heutzutage zu den klassischen Techniken für die Sammlung und das Management von Anforderungen. Diese können sowohl im klassischen, wasserfallorientierten als auch im agilen Umfeld verwendet werden – Alistair Cockburn, einer der Unterzeichner des Agilen Manifests, ist auch weltberühmter weltweit anerkannter Experte für Use Cases.

User Stories beantworten die Frage: „Wie können wir die Anforderungen so teilen, dass wir diese unabhängig voneinander priorisieren, planen und liefern kann?“
User Stories werden oft als bestehend aus Karte, Konversation und Konfirmation beschrieben (im Englischen abgekürzt als 3C. Sie dienen als Platzhalter für sowohl Planung als auch Diskussionen (Konversationen), die im Rahmen der Klärung und Implementierung des Inhaltes der Karte durchgeführt werden. Der Unterschied zwischen Anwendungsfällen und User Stories wird von Alistair Cockburn treffend beschrieben: “Eine User Story ist der Titel eines Szenarios und ein Anwendungsfall ist der Inhalt mehrerer Szenarien“.

Innovation Games wurden für die Erstellung und Weiterentwicklung von Ideen für die Entwicklung neuer Produkte erschafft. Sie basieren auf der Feststellung, dass es für einen Mensch leichter ist, sich während eines Spiels zu äußern als in der im Vergleich ernsteren Atmosphäre eines Geschäfts-Meetings. Die beste Zeit für ein Innovation Game ist hierbei der Anfang der neuen Produkteentwicklung.

Color Modeling ist eine leichtgewichtige Technik aus dem Feature Driven Development (kurz FDD). Das Ziel ist die schnelle Erstellung eines Domänenmodell fokussiert auf signifikanten Ereignissen, Menschen und Organisationen (Parteien), die an diesen Ereignissen teilnehmen, sowie den zugehörigen Rollen. Diese Technik wird interessanterweise für Projekte unterschiedlichster Größe verwendet, von 20 Personentagen bis zu 1.000 Personenmonaten.

User Story Maps sind aus den Schwierigkeiten entstanden, eine sinnvolle Organisation der in vielen Fällen großen Menge von User Stories zu finden. User Story Maps beantworten die Frage: „Was ist der minimal verwendbare Umfang, den wir realisieren müssen, um einen Wert für den Kunden zu liefern?“ Eine User Story Map arrangiert User Stories zu einem Modell, das sehr hilfreich ist, um die Funktionalität des Systems zu verstehen, Lücken in einem Backlog zu erkennen und eine effiziente Releaseplanung durchzuführen, damit die Benutzer mit jedem Release einen Mehrwert erhalten. User Story Mapping ermöglicht einen Plan für ein vollständiges Produkt zu erstellen, der sich in sinnvolle Releases teilen lässt

Impact Mapping wurde von Gojko Adzic entwickelt und hat seine Wurzeln im Bereich der User Experience (kurz UX). Impact Mapping basiert auf der dort entwickelten „Effect Mapping“ Methode. Die Idee des Impact Mappings ist es, die Anforderungen auf einem visuellen Weg zu beschreiben. Dieser Weg verbindet Ziele, Aktoren und Auswirkungen, die erreicht werden sollen. Damit stellt Impact Mapping ein gutes Werkzeug dar, um die Verbindungen zwischen Geschäftszielen und neu zu entwickelnder Funktionalität zu erreichen. Deshalb ist Impact Mapping sehr gut für die Planung von Releases geeignet.

Haben sie schon Erfahrung mit Methoden für agilen Anforderungsermittlung und Management? Möchten sie die Erfahrungen austauschen oder mehr über Impact Mapping lernen? Dann freuen wir uns auf ihre Teilnahme beim Agilen Stammtisch Frankfurt. Das Thema des Lightning Talks des nächsten Stammtisches wird „Impact Mapping“ sein.

10. Agiler Stammtisch Frankfurt findet an 3. April um 19:00 an „die Zentrale“ statt. Kostenlose Registrierung über XING.

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