Neue Arbeitsplatzkonzepte für agile Unternehmen

1 Kommentar

Dies ist kein Plädoyer für den Großraum und es ist auch keines dagegen. Es ist der Versuch, die Anforderungen moderner Arbeitsplatzgestaltung mit den Vorstellungen derer in Einklang zu bringen, die in ihnen arbeiten.

Kaum ein Thema kann so kontrovers diskutiert werden wie die verschiedenen Arbeitsplatzkonzepte, da jede Generation von Arbeitnehmern unterschiedliche Ansprüche an Arbeitsplatz und Arbeitsort stellt. Auch wenn aktuell noch gut 40% der Erwerbstätigen in Deutschland einen traditionellen Büroarbeitsplatz nutzen und sich mit dieser Form von „Territorialität“ mit „ihrem Arbeitsplatz“ identifizieren, stellt heute insbesondere die Generation Y ganz andere Ansprüche an die Arbeitsplatzgestaltung. Die Grenzen verschwimmen. Um Kreativität, Spontanität, Kollaboration und Wissenstransfer wirkungsvoll zu unterstützen, werden zukünftig immer stärker mobile und flexible Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden müssen. Dies wird zur Reduktion fester Arbeitsplätze in Deutschland führen (7,9 feste Arbeitsplätze auf 10 Mitarbeiter bis 2020 (Workplace of the Future Report, Citrix 2014)). Als Folge davon lassen sich in hohem Umfang Arbeitsplatzkosten einsparen und Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitgeberattraktivität steigern.

Räume transportieren das Selbstverständnis ihrer Nutzer und fördern Identifikation und Bindung. Die Arbeitsumgebung beeinflusst ganz wesentlich Motivation, Wohlbefinden und Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern:

  • Forschung und Unternehmenspraxis bestätigen dabei den hohen Zusammenhang zwischen der Innovationskraft eines Unternehmens und dem Maß persönlicher Interaktion, räumlicher Nähe und persönlicher Zusammenarbeit („Stepstone Report“, Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, 2014).
  • Diese Innovationskraft ist umso größer, je mehr die Arbeitsplatzgestaltung der Kultur, dem Tätigkeitsschwerpunkt des Unternehmens und dem Selbstverständnis der Mitarbeiter entspricht. Das gilt meiner Meinung nach insbesondere für agil aufgestellte Unternehmen mit einem hohen Kommunikations- und Feedbackaufkommen.
  • Die informations- und kommunikationstechnische Infrastruktur (schnell, sicher, stabil und zuverlässig) ist dabei DAS zentrale Instrument für zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten.
  • Ein transparentes und offenes Raumkonzept auf Makro- (Gebäude) und Mikroebene (Raumzonen) fördert die gegenseitige Wahrnehmung und Kommunikation im Sinne kreativen Austauschs, vernetzten Arbeitens und hoher Informationsbreite.

Unsere Arbeitswelt ist einem permanenten Wandel unterworfen. Auch die Gestaltung unserer Arbeitsorte ist davon betroffen. Das das mitunter zum Spagat mit den Vorstellungen traditioneller Bürokonzepte wird, liegt auf der Hand. Die Lösung liegt in einem ausgewogenen Mix verschiedener Raumkonzepte:

  • Workspace mit Zonenkonzept (kleine räumliche Einheiten in Kombination mit Gemeinschafts-, Team-, Projekt- und Einzeleinheiten, s. Abbildung)
  • Diese Zonen unterstützen verschiedene Arbeitsstile (konzentriertes Arbeiten, kommunikativer/kreativer Austausch, Besprechung, Teamarbeit (Co-Working), Wissenstransfer, (soziale) Vernetzung, etc.)
  • Barrierefreiheit
  • Zonenspezifische Klimatisierung, Farbgebung, Beleuchtung und Schallschutz
  • Nutzung der Zonen in Selbstorganisation
  • Weitgehende Autonomie der Mitarbeiter bei der Wahl von Arbeitsplatz und Arbeitsform

Im Bereich der Arbeitsplatzkonzepte erleben wir zurzeit einen Wandel weg von der reinen „Präsenzkultur“ hin zur „Ergebnis- und Vertrauenskultur“. Ein mehrgestaltiges Raumkonzept auf Makro- und Mikroebene unterstützt ganz wesentlich diesen Transformationsprozess und spiegelt das Image und Selbstverständnis einer Unternehmung.

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Michael verantwortet den Bereich Personal nach außen. Von Haus aus Informatiker, hat er seine Liebe für Personalthemen entdeckt.
Zusammen mit seinen beiden Kolleginnen kümmert er sich um alle Themen von A wie Arbeitsvertrag bis Z wie Zwischenzeugnis. Im Recruiting hilft er mit, dass die codecentric-Familie weiter wachsen kann und codecentric eine Arbeitgebermarke wird, für die man „brennen“ kann.

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Kommentare

  • Dambergen

    Arbeitsplatzkonzepte werden in ihrer Bedeutung zukünftig einen noch größeren Stellenwert einnehmen, wenn der Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte dermaßen ansteigt, wie prognostiziert wird. Dann wird zur Arbeitgeberattraktivität auch das angebotene Arbeitsplatzkonzept gehören, welches darüber entscheiden kann, ob ein Bedarf an Arbeitskräften gedeckt werden kann.

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