The Need for Speed – eine Geschichte über DevOps, Microservices, Continuous Delivery und Cloud-Computing

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Derzeit sind drei Megatrends auszumachen, die die IT zu einem dramatischen Wechsel zwingen:

  • Wirtschaftsdarwinismus
  • Digitalisierung
  • Disruptive Technologien

Alle drei sind außerordentlich wichtig und Firmen, die diese Trends ignorieren, werden früher oder später hinter ihren Konkurrenten zurückbleiben (zumindest solange diese Firmen in einem effizienten Markt leben – nichteffiziente Märkte sind eine andere Geschichte).

Märkte im Wandel

Kommen wir zum ersten Trend und beginnen mit einer kurzen Erläuterung: „Darwinismus“ bedeutet kurz gesagt „Nur die Besten überleben“ (Survival of the fittest) – der „Beste“ ist nicht der Stärkste, sondern derjenige, der sich schnell genug an die Anforderungen der Umgebung anpassen kann.

Wirtschaftsdarwinismus, Digitalisierung und disruptive Technologien setzen die IT unter Druck

Mega-Trends setzen die IT unter Druck und erzwingen damit einen fundamentalen Wandel

Das gilt auch für Firmen: Nur die Firmen, die sich schnell genug an die sich ändernden Ansprüche und Forderungen ihrer Kunden anpassen können, werden auf lange (oder auch nur kurze) Sicht überleben.

Nun könnten Sie fragen: „Hey, was ist daran neu? Das ist doch schon immer so in der Wirtschaft.“ Und Sie hätten recht.

Entscheidend ist, dass die Märkte, in denen die meisten Firmen agieren, vor einigen Jahren einen drastischen Wandel erfahren haben. Fast ein Jahrhundert lang waren die meisten Märkte weit, nahezu unbeschränkt und träge: Die Nachfrage war immer größer als das Angebot und die größte Herausforderung für die Firmen in diesen Märkten war es, die Produktion ihrer Waren möglichst kosteneffizient zu skalieren.

Das änderte sich in den 1980ern: Langsam aber sicher wurde ein Markt nach dem anderen immer enger. Globalisierung, Marktsättigung und das Internet haben zu stark konkurrierenden und dynamischen Märkten geführt. (Tatsächlich gab es noch mehr Triebkräfte für den Wandel im Markt, doch das würde den Rahmen dieses Blogposts sprengen.) Die Märkte wurden stark bedarfsgesteuert und die neue größte Herausforderung der Firmen war, sich an die veränderten Bedürfnisse der Kunden schnell genug anzupassen. Die entscheidende Triebkraft wechselte von „kosteneffiziente Skalierung“ zu „Reaktionsfähigkeit“.

Veränderte Rolle der IT

Nun könnten Sie sagen: „Gut, das weiß ich alles. Doch was hat das mit IT zu tun?“

Die Sache ist die, dass Business und IT heutzutage eng miteinander verflochten sind. Man kann sie nicht mehr unabhängig voneinander betrachten, selbst wenn alles ganz anders begann:

Wenn Sie an die Beziehung zwischen Business und IT in den 1950ern und 1960ern denken, unterstützte die IT winzige Bruchteile der Geschäftsfunktionen – einen kleinen Bericht hier, eine kleine Analyse da. Das geschah ziemlich selektiv, da die damalige Rechenleistung der Mainframes recht beschränkt war (jedes moderne Mobiltelefon hat um Größenordnungen mehr Rechenleistung als die Computer in den 1960ern).

Dennoch war es für die Geschäftsabteilungen ziemlich angenehm, die Berichte und Analysen nicht mehr per Hand erstellen zu müssen. Und sie wollten mehr davon haben – was schließlich zur Softwarekrise führte: Der Bedarf an Software überstieg deutlich das Angebot.

Die Reaktion auf die Softwarekrise war die Erfindung des Software-Engineering: eine Ingenieurs-Disziplin mit dem Ziel, die Produktion von Software kosteneffizient zu skalieren. Klingt vertraut, nicht wahr? Die Industrialisierung stand Anfang des 20ten Jahrhunderts vor einem sehr ähnlichen Problem und der damalige Lösungsansatz war Taylorismus in seinen verschiedenen Varianten. Es dürfte also nicht überraschen, dass das Software-Engineering viele tayloristische Konzepte und Praktiken aufgegriffen und auf die Softwareentwicklung übertragen hat.

Und damals war das auch vollkommen in Ordnung. Doch mit der Zeit hat sich die Rolle der IT essentiell gewandelt. In den 1980ern begann der Siegeszug des PC und Netzwerke gewannen an Bedeutung. Das mooresche Gesetz wirkte weiter, Computer wurden immer leistungsfähiger. Letztlich unterstützte die IT nicht mehr nur ausgewählte Geschäftsfunktionen, sondern zunehmend die Geschäftsprozesse im Ganzen. Sie rutschte immer näher an das Business mit all seiner Komplexität.

Diese Entwicklung ging weiter, das Internet begann seinen Siegeszug in den 1990ern und mittlerweile ist die IT das Nervensystem jeder nichttrivialen Firma: Das gesamte Businesswissen ist in IT codiert, IT-Ausfälle von nur wenigen Stunden gelten für viele Firmen als existenzbedrohend. Das bedeutet aber auch, dass Sie Ihr Business nicht mehr ändern können – weder neue Produkte noch neue Features oder Prozessänderungen –, ohne die IT anzufassen.

The Need for Speed

Wenn man die oben beschriebenen Beobachtungen zusammenfasst, zeigt sich, dass die IT zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für jede Firma geworden ist, um im Wirtschaftsdarwinismus bestehen zu können. Egal wie gut Sie die die Bedürfnisse und Forderungen Ihrer Kunden kennen, wenn Ihre IT nicht schnell genug liefern kann, werden Sie das Nachsehen haben.

Uwe Friedrichsen

Uwe Friedrichsen ist ein langjähriger Reisender in der IT-Welt. Als Fellow der codecentric AG ist er stets auf der Suche nach innovativen Ideen und Konzepten. Seine aktuellen Schwerpunktthemen sind Skalierbarkeit, Resilience und die IT von (über)morgen. Er teilt und diskutiert seine Ideen regelmäßig auf Konferenzen, als Autor von Artikeln, Blog Posts, Tweets und natürlich gerne auch im direkten Gespräch.

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