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Instead of beginning with the tedious task of explaining flush, royal flush, pairs, and so on to teach poker, deal the cards and play the game.
Michael Allen’s Guide to e-Learning, 2003, p.202

Auf diesem Wege habe ich das Pokern gelernt. Ich beherrsche es nicht perfekt. Pokern stellt für mich ein komplexes Spiel dar und meine Erfolgschancen verringern sich, wenn sich die Spieler, Umgebung oder sogar die Lichtverhältnisse im Raum ändern. Allerdings kenne ich die Regeln und kann sie heute noch aus dem FF anwenden.

Ich erinnere mich an Workshops, in denen ich als Teilnehmer in einem Raum saß und theoretische Grundlagen zu einem Thema durch frontale Beschallung vermittelt bekommen sollte. Weil sie immens wichtig waren, musste ich meine volle Aufmerksamkeit darauf lenken. Ständig war ich beschäftigt, das Gesprochene nachzuvollziehen, zu verstehen und auch mit den kleinen, plötzlich auftretenden Aufgaben in meinem Kopf (Einkaufen, Rechnung x bezahlen, etc.) umzugehen. Als ich den Anschluss verpasste, machte ein weiteres Zuhören wenig Sinn. Ich habe mir wichtige Schlagwörter gemerkt, um sie dann später zu googlen und selbst zu erarbeiten. Dies machte den gesamten Workshop überflüssig.

Was soll mich zukünftig dazu motivieren, an einem Workshop teilzunehmen, wenn ich mir die Information zu jedem beliebigen Zeitpunkt und an jedem Ort beschaffen kann?

Diese Frage habe ich mir gestellt als ich mit meinen Kollegen von einem Kunden für einen Workshop eingeladen wurde. Der Kunde wollte gerne wissen, was Agilität ist und wie er es für sich nutzen kann.
In meinen üblichen Workshops habe ich versucht, den Teilnehmern mittels eines PowerPoint-Vortrages die theoretischen Grundlagen über empirische und definierte Prozesse, das Agile Manifest und natürlich dessen 12 Prinzipien zu vermitteln. Ich war mir nie sicher, ob ich die Themen tatsächlich vermittelt hatte. Anhand meiner eigenen Erfahrungen als Zuhörer gehe ich davon aus, dass in der frontalen Präsentation nur ein Bruchteil der Informationen aufgenommen und verstanden wird.
Ein besonderes Augenmerk lege ich auf das Verstehen und Begreifen des Agilen Manifests. Dies ist mir besonders wichtig, da es aus meiner Sicht das Fundament darstellt, um die zahlreichen agilen Methoden und Praktiken zu erfassen.
Mein Professor sagte einmal in einem seiner Vorträge, dass er am liebsten eine Rückwärtsrolle machen würde, sobald eine Information immens wichtig sei. Seine Absicht war, wichtige Informationen visuell zu verknüpfen und etwas „merk-würdiges“ zeitgleich zu tun.
Ich stelle mir nun vor, dass ich 4 Rückwärtsrollen für die Agilen Werte und anschließend 12 für die Prinzipien mache. Es wäre sicherlich „merk-würdig“, aber meinerseits leider nicht durchführbar.

Diesmal anders

Wie kann ich nun in einer kurzen Zeit einen guten Lerneffekt erzeugen, ohne akrobatische Künste in meinen Vortrag einzubauen? Ich habe mich zu diesen Thema mit Experten (Lehrern) zusammengesetzt, die Wissen seit Jahren vermitteln und gefragt wie sie diese Art des Lernstoffes an ihre Schüler weitergeben. Sie haben überwiegend die Erfahrung gemacht, dass die Schüler am nachhaltigsten lernen, wenn sie sich eigenständig Gedanken zu der Thematik machen und diese im Austausch aktiv anwenden. So können sie ihr Wissen über einen längeren Zeitraum konstruktiv nutzen.
Diese Vorgehensweise wollte ich anwenden und habe meine Methoden zur Vermittlung des Lernstoffs dementsprechend angepasst.

Thema einleiten

Um in das Agile Manifest einzusteigen, habe ich die Historie von Agilität anhand von PowerPoint Folien vorgetragen, um eine Verbindung zu diesem Thema aufzubauen. Ich bin prinzipiell nicht gegen Folien oder Flipcharts, da sie gut zur visuellen Unterstützung des Gesprochenen dienen.

Verbindung aufbauen und Energie Level erhöhen

Die erste aktive Gestaltung der folgenden Lernsektion soll dazu dienen, die Teilnehmer nach einem kleinen Vortrag zu aktivieren. Hierfür bietet sich an, die Teilnehmer aufstehen zu lassen und sie bitten, sich bei unzutreffenden Aussagen wieder zu setzen. Diese Übung liefert auch einen ersten Einblick über den Wissenstand der Teilnehmer. Als Moderator hat man damit auch die Möglichkeit, die Erkenntnisse in die weitere Planung einfließen zu lassen.

Olcay Hasanoglu

Olcay Hasanoglu beschäftigt sich mit agilem Produktmanagement und -entwicklung. Er unterstützt seine Kunden von der Ideenfindung bis zur Umsetzung. Olcay ist überzeugt davon, dass unterschiedliche Sichtweisen auf eine Problemstellung zu besseren Lösungen führen und bevorzugt daher kollaborative Ansätze.

Seit 10 Jahren ist er in der IT-Beratung tätig und hat während seiner Tätigkeiten als Consultant Kunden in unterschiedlichen Branchen und Größen bei der Bewältigung ihrer Projekte unterstützt.

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