3 gute Gründe für eine barrierefreie Website

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Die Website barrierefrei machen? Bei dem Thema winken viele Unternehmen ab. Für wen denn? Ist doch auch viel zu teuer! Das sind Argumente, die man häufig hört. In diesem Artikel möchte ich darauf eingehen und 3 wichtige Argumente dafür liefern, sein Unternehmen mit einer barrierefreien Website zu repräsentieren.

1. Die Gesetzeslage  

In den vergangenen Jahren haben sich die Gesetze zur Barrierefreiheit verschärft. In Deutschland trat 2019 eine neue Version der BITV in Kraft, die die Barrierefreiheit von Anwendungen öffentlicher Stellen regelt. Dabei geht es nicht nur um externe Websites, sondern auch um interne Apps. Stichtag dabei war der 23. Juni 2021.

Auch auf die Privatwirtschaft kommen Verschärfungen zu. Die EU-Richtlinie 2019/882 sieht weitreichende Regelungen zur Barrierefreiheit von Websites privater Anbieter vor. Die Richtlinie ist allerdings noch nicht in deutsches Recht überführt; man hat hier noch ein paar Jahre Luft.

In den anderen Ländern der EU sieht es ähnlich aus; Grossbritannien und die USA haben sogar schärfere Gesetze.

Es lohnt sich also, sich um die Barrierefreiheit seiner Anwendung zu bemühen, um für die Gesetzeslage gewappnet zu sein.

2. Breitere Nutzerbasis erschließen

Viele Leute haben die Vorstellung, dass Barrierefreiheit nur eine kleine Gruppe von Menschen betrifft. Dabei profitieren viel mehr Nutzer von einer barrierefreien Seite als man denkt. In der EU gibt es ca. 80 Millionen Menschen mit einer Beeinträchtigung, die auf vielfältige Weise Probleme mit einer Website oder Webanwendung haben können. 

Dazu kommen viele ältere Nutzer, die vielfältige Einschränkungen haben können, ohne dass sie offiziell als beeinträchtigt gelten. Ca. 1/5 der Einwohner der EU ist mittlerweile 65 Jahre oder älter; mit steigender Tendenz.

Mit einer barrierefreien Website kann man sich also einen großen Kreis neuer Nutzer und potentieller Kunden erschließen.

3. Bessere Nutzbarkeit für alle Nutzer

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass barrierefreie Websites häßlich und altmodisch sind. Geschuldet ist das älteren Websites, die unter Barrierefreiheit vor allem extremen Kontrast und riesige Schrift verstehen. Bei modernen Websites sieht das anders aus.

Die Anforderungen an die Barrierefreiheit einer Website sind in weithin anerkannten Richtlinien definiert: den WCAG. Diese bilden auch die Grundlage für die weiter oben erwähnten Gesetze. Dabei werden die Belange von Nutzern mit verschiedenen Beeinträchtigungen berücksichtigt.

Viele der Richtlinien sind aber auch für “Normalos” ein Gewinn:

Ein gutes Beispiel dafür ist der Kontrast. Eine barrierefreie Website muss bestimmte Kontrastkriterien erfüllen. Auch ohne Sehbeeinträchtigung ist das nützlich, wenn man z.B. die Website auf dem Smartphone im Sonnenlicht betrachtet.

Untertitel in Videos helfen Menschen mit Hör- oder kognitiven Problemen. Aber viele Menschen schalten auch Untertitel ein, wenn sie in einer lauten Umgebung sind, oder wenn sie die Sprache nicht gut beherrschen.

Viele der Anforderungen für Nutzer mit kognitiven Einschränkungen reduzieren die Komplexität der Seite. Dazu gehören klare Strukturen und Navigation, Erklärungen für Formularfelder und vorhersehbares Verhalten. All das verbessert auch die allgemeine Benutzbarkeit der Seite.

Barrierefreiheit geht also Hand in Hand mit der Benutzerfreundlichkeit der Website.

Die Kosten

Das gewichtigste Argument dagegen, eine Website barrierefrei zu machen, sind die Kosten. Je nach Zustand und Größe der Seite, können die Kosten tatsächlich beträchtlich sein. Am billigsten ist es, wenn man Barrierefreiheit von Anfang an berücksichtigt. Aber auch bei höheren Kosten überwiegt der Nutzen: verschiedene Studien haben gezeigt, dass Firmen ihren Profit mit einer barrierefreien Website oder Anwendung nachweislich steigern konnten.

Fazit

Barrierefreiheit ist ein komplexes Thema, das immer wichtiger wird. Um es richtig anzugehen, ist es unumgänglich, sich mit Richtlinien und Nutzerbedürfnissen auseinander zu setzen. Doch es lohnt sich: Eine barrierefreie Website funktioniert unter den unterschiedlichsten Bedingungen und ist einfach zu bedienen. Deswegen profitieren am Ende alle Nutzer davon. 

 

Anna Maier arbeitet als Senior IT-Consultant am Standort Solingen. Sie ist sowohl im Java-Universum als auch im Frontend unterwegs und begeistert sich für die Themen Accessibility, Usability und Testing.

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