Agile Methoden und Praktiken im Praxistest

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Seit mehreren Jahren werden unter den Schlagworten „Agilität“ und „Software Craftmanship“ unterschiedliche Ideen, Konzepte und Praktiken propagiert. Aber wie gut funktionieren diese im wirtschaftlich getriebenen Projektalltag?

Im Rahmen meiner Tätigkeit bei codecentric wende ich viele dieser Ideen, Konzepte und Praktiken in eigenen Projekten an und führe sie im Rahmen von agiler Beratung bei unterschiedlichsten Kunden ein. Dabei begegnen mir häufig große Unterschiede zwischen den theoretischen Ideen und der praktischen Umsetzung. Das bestehende Umfeld und die natürliche Änderungsträgheit erfordern oft eine massive Anpassung. Wie kann man es schaffen, agile Konzepte und Ideen in einer möglichst realen Projektsituation zu verifizieren? Hierzu wäre ein Projektumfeld mit seinen Zwängen und Schwierigkeiten notwendig, alle Beteiligten aber bringen agiles Denken und Handeln mit und die Projektschnittstellen (z.B. zum Management) sind dem agilen Vorgehen angepasst. Der Projekt typische Lieferdruck  muss vorhanden sein.

Ein solches Experiment werden wir auf der ALE2012 durchführen. Die ALE2012 ist ein Projekt im Rahmen von Agile Lean Europe (ALE), dem Netzwerk für Vordenker und Aktivisten im Bereich Agilität und Lean in Europa.  Als Unkonferenz dient sie der Inspiration und dem Austausch von Ideen über die Europäischen Grenzen hinweg. Dieses Jahr findet die ALE2012 vom 29. bis zum 31. August in Barcelona satt und auch in diesem Jahr tritt codecentric als Sponsor auf.

Das Experiment führen wir unter dem Namen „Open Space Software Development“ durch. Dabei wird in fortlaufenden Entwicklungssessions von einer Stunde an einem Softwareprodukt gearbeitet. Diese Sessions ziehen sich über die gesamten3 Tage der Unkonferenz (siehe Programm).  Jeder kann eine oder mehrere Stunden teilnehmen, je nach Zeit und Lust. Eine Session startet dabei mit einer kurzen 5-minütigen Planungsphase, in der das aktuelle Sessionteam die Umsetzung der nächsten Features plant. Dann hat das Team 45 Minuten Zeit, die Umsetzung durchzuführen und das neue Feature im Sinne von Continuous Delivery direkt auszuliefern. Es sollen so viele Methoden und Praktiken aus der Agilität und dem Software Craftmanship anwendet werden wie die Sessionteilnehmer für sinnvoll halten. Dabei soll aber niemals aus dem Auge verloren werden, dass  das Hauptaugenmerk darauf gelegt wird, im Laufe der Stunde neue Features zu implementieren und auszuliefern. Die letzen 10 Minuten der Session dienen der kurzen Vorstellung der umgesetzten Features und der Übergabe an die nächste Session.

Das entwickelte Softwareprodukt soll direkt von den Teilnehmern der Unkonferenz genutzt werden können. So wird ein unmittelbares Feedback über das Produkt durch die Benutzer möglich.

Am Ende jedes Konferenz Tages findet eine Retrospektiven-Session statt, in der die Teilnehmer des Tages über die Vor- und Nachteile der eingesetzten Praktiken reflektieren und ggf. Veränderungen für den nächsten Tag erarbeiten.

Da wir möglichst vielen Teilnehmern der Unkonferenz ermöglichen wollen, an diesem Experiment teilzunehmen, würden wir gerne von potentiellen Teilnehmern erfahren, in welcher Programmiersprache sie das Projekt implementieren würden und welche Erfahrung sie mit der gewählten Sprache haben. Der Fragebogen findet sich hier.

Ich hoffe, ich habe Euer Interesse für unser Experiment geweckt. Ich würde mich freuen, wenn Ihr uns mit Eurer Teilnahme auf der Unkonferenz helft. Registriert Euch online für die ALE2012 und kommt nach Barcelona.

Marc Clemens

Marc Clemens ist Senior Agile Consultant und Coach in der Agilen Software Factory (ASF) und seit 1998 Mitarbeiter der MBG bzw. – nach Fusion der beiden Unternehmen – der codecentric AG. In kleineren und größerern Projekten, auch mit Teams, die sich über entfernte Standorte verteilen, agiert er in der Rolle des Product Owners. Weiterhin gibt er seine gewonnen Erfahrungen und Wissen beim Agilen Coaching an Kunden weiter.

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