Tutorial “Enterprise Service Bus mit Mule ESB”: Integration von CICS Programmen

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LegStarIn diesem Teil der Mule ESB Reihe widme ich mich der Integration von Mainframe Programmen in den Mule Enterprise Service Bus. Hierzu verwende ich die Open Source Erweiterung LegStar for Mule ESB der Firma LegSem. Mit dieser lassen sich in COBOL oder PL/I geschriebene CICS Programme in Mule einbinden. Diese Einbindung kann bidirektional erfolgen: Sowohl Mule Flows können Mainframe Programme aufrufen als auch Mainframe Programme Mule Flows. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Technologien um CICS Programme in die Java Welt zu integrieren – z.B. dem IBM CICS Transaction Gateway (CTG). Ganz abgesehen davon, dass Mule natürlich nicht auf die Java Welt beschränkt ist.

LegStar for Mule ESB

LegStar for Mule ESB oder kurz Legs4Mule besteht aus vier Bestandteilen:

LegStar Eclipse Plugin

Mit einem Eclipse Plugin kann man alle benötigten LegStar Artefakte basierend auf Eingaben in Wizards generieren.

LegStar Transformer

Mittels LegStar Transformern werden die Nutzdaten zwischen der fachlichen Anwendung und dem Mainframe transformiert.
Die Transformer erwarten die fachlichen Daten in Form von XML oder als Java Objekte (Befüllung der generierten Java-Klassen) und wandeln diese in einen Binärstrom entsprechend der Copysatzstruktur des CICS Programms.

LegStar Transports

LegStar Transports übermitteln den zuvor erzeugten Binärstrom zum Mainframe. Es stehen Transports für die Übertragung der Daten per IBM WebSphere MQ, Sockets und HTTP zur Verfügung.
MQ und HTTP können in beide Richtungen verwendet werden. Über Sockets kann Mule ein CICS Programm aufrufen aber nicht umgekehrt.

LegStar Mainframe Komponenten

Wenn HTTP oder Sockets als Transportprotokoll verwendet wird, müssen auf Mainframe Seite LegStar C/370 Programme installiert werden.
Im Falle von HTTP klinkt sich dieses LegStar Programm in den CICS Web Support ein und wird bei eintreffenden HTTP Requests aufgerufen und linkt zum Zielprogramm.
Bei der Verwendung von WebSphere MQ sorgt dieses selbst für den Aufruf des CICS Zielprogramms und es ist keine LegStar Installation auf Mainframe Seite notwendig.

Tutorial

Aber nun zu einem praktischen Beispiel in dem ich aus Mule ein CICS Programm per HTTP aufrufen werde.

Schaubild des Beispiels

Schaubild des Beispiels

Das Beispiel besteht aus drei Bausteinen:

  • Einem Client – der Einfachheit halber nutze ich einen JUnit Test.
  • Einer Mule App aus Inbound und Outbound Endpoint: Der Inbound Edpoint kann beliebig gewählt werden. Ich wähle den simplem VM Endpoint. Das könnte aber genauso gut ein HTTP, Web Service oder JMS Endpoint sein. Der Outbound Endpoint in Richtung Mainframe setzt sich aus einem Legstar Transformer und Endpoint zusammen.
  • Auf Mainframe Seite nimmt der CICS Web Support den HTTP Call entgegen, übergibt an LegStar und dieses linkt wiederum zum CICS Programm.

Hinweis zu LegStar Mainframe Komponenten

Auf die Installation der LegStar Mainframe Komponente und Einrichtung des CICS Web Support gehe ich nicht ein, da dies den Umfang des Blogbeitrags sprengen würde.
Eine Anleitung befindet sich unter:
LegStar HTTP Transport http://www.legsem.com/legstar/legstar-transport/legstar-chttprt/index.html

Eclipse Plugin installieren

Bevor wir richtig loslegen können, müssen wir zuerst das Eclipse Plugin installieren, das alle benötigten Legs4Mule Komponenten mitliefert. Dieses lässt sich sowohl in Mule Studio installieren als auch in einem “puren” Eclipse. Ich gehe in Folgendem von Mule Studio 3.3.1 aus.
Wir installieren von der Update Site http://www.legsem.com/legstar/mule/eclipse/update
das Plugin mit dem Namen “LegStar Mule Component Generator”
(“Help” -> “Install New Software …” -> “Add” Update Site -> Plugin auswählen -> “Next” … )

Copysatz der Partnersuche

Als Beispiel möchte ich einen Partner aus einem Partnersystem auf dem Mainframe lesen. Der stark vereinfachte Copysatz des COBOL Programms sieht wie folgt aus:

        01 DFHCOMMAREA.
      /**************************************************************** 00000100
      *  COPY-STRECKE   PARTNER1                                        00000200
      *---------------------------------------------------------------- 00000300
      *  Ein- Ausgabebereich der Schnittstelle zur Partnersuche         00000400
      *  Länge: 70                                                      00000500
      ******************************************************************00000600
                                                                        00000700
         03 PARTNER-NR     PIC X(10).                                   00000800
      *                              *** 10 stellige Partnernummer      00000900
         03 NAME           PIC  X(30).                                  00001000
      *                              *** Nachname des Partners          00001100
         03 VORNAME        PIC  X(30).                                  00001200
      *                              *** Vorname des Partner            00001300

partnersuche.cpy

Dieser Copysatz dient sowohl der Ein- als auch Ausgabe. Mittels einer PARTNER-NR wird der Partner identifiziert/gesucht und in Form von NAME und VORNAME vom Partnersystem geliefert.
Separate Copysätze für Ein- und Ausgabe sind ebenfalls möglich. Die nachfolgenden Schritte (XML Schema und Transfomer Generierung) müssen dann jeweils zweimal durchgeführt werden . Bei einer weitergehenden Aufteilung z.B. falls die Ausgabe aus mehreren Copysatz-Dateien besteht, empfiehlt es sich diese vor der Nutzung mit LegStar zu einer Datei zusammen zu fassen.

Falls das Mainframe Programm in PL/I geschrieben ist, muss der Copysatz zu allererst ins COBOL Format gewandelt werden. Hierzu stellt LegStar folgenden Konverter zur Verfügung:
legstar-pli2cob – Translates PL/I structures to COBOL structures https://code.google.com/p/legstar-pli2cob/

Download des Copysatzes

Der Copysatz kann bei GitHub heruntergeladen werden:
https://raw.github.com/codecentric/legstar-beispiel/master/partnersuche/partnersuche.cpy
Oder das gesamte Beispiel – die Commits entsprechen den Schritten des Beitrags:
https://github.com/codecentric/legstar-beispiel

XML Schema der Mainframe Schnittstelle generieren

Aus unserem Copysatz lassen wir LegStar ein XML Schema generieren, das die Schnittstelle unseres Mainframe Programms beschreibt und Ausgangspunkt für die Transformation zwischen Java oder XML und dem Mainframe Binärstroms ist (Grundlage für den LegStar Transformer).
Wir legen dazu in Mule Studio ein Mule Projekt inklusive Mule Flow an und kopieren den Copysatz partnersuche.cpy in dieses. Über den Button “LegStar new structures mapping…” in der Eclipse Buttonleiste starten wir den passenden LegStar Wizard. Wir geben der Schema Datei einen passenden Namen und bestimmen den Namespace.

XML Schema generieren - 1. Schritt

XML Schema generieren – 1. Schritt

Im zweiten Dialog des Wizards wählen wir unsere Copysatz Datei partnersuche.cpy aus und starten die Generierung mit “Finish”. Im Hintergrund erzeugt LegStar ein ANT-Skript mit der eigentlichen Logik und führt dieses aus (dieses Verfahren werden wir auch in den folgenden Schritten beobachten).

XML Schema generieren - 2. Schritt

XML Schema generieren – 2. Schritt

Nach erfolgter Generierung können wir im Eclipse XML Schema Editor prüfen, ob das Schema der Mainframe Schnittstelle entspricht.

LegStar Transformer generieren

Nun kommen wir zur zentralen Komponente unserer Mainframe Integration. Wir selektieren das gerade erzeugte XML Schema und wählen aus dem Kontextmenü “LegStar”“Generate Transformers…”. Im sich öffnenden Dialog müssen wir nur das oberste Element des Copysatzes die Dfhcommarea auswählen und mit “Finish” die Generierung starten.

Transformers Generator

Transformers Generator

Ergebnis sind zwei Java Packages mit mehreren Klassen. Die wichtigste davon ist die Klasse de.codecentric.partnersuche.Dfhcommarea – unsere Schnittstelle zu unserem Mainframe Programm. In dieser finden wir die Eingabe String partnerNr und die Ausgaben String name und String vorname.

@XmlElement(required = true)
@CobolElement(cobolName = "PARTNER-NR", type = CobolType.ALPHANUMERIC_ITEM,
    levelNumber = 3, picture = "X(10)", srceLine = 9)
protected String partnerNr;

Ausschnitt aus Dfhcommarea

Die Variablen verfügen sowohl über eine Annotation vom Typ @XmlElement als auch @CobolElement.
Erstere wird verwendet, wenn wir LegStar ein XML Dokument als Input übergeben – aus dem XML wird die Java Klasse befüllt. Genauer gesagt, erfolgt mittels JAXB ein Marshalling bzw. Unmarshalling.
Zweitere sagt LegStar wie es aus der gefüllten Java Klasse einen COBOL Binärstrom erzeugen soll.
Die eigentlichen Transformer sind folgende Klassen im bind Package

Operations Mapping anlegen

Jetzt müssen wir LegStar mitteilen, welche Operationen wir auf dem Mainframen aufrufen wollen. Dazu erstellen wir ein Mapping der Operationen. Jede Operation hat einen Namen und definiert welches Mainframe Programm aufgerufen wird und welcher Copysatz als Ein- und Ausgabe dient bzw. welche JAXB Klasse – das ist der Link zu den erzeugten Transformern.
Wir drücken dazu den zweiten Legstar Button in der Eclipse Button Leiste: “LegStar new operations mapping….”. Im Wizard geben wir der Mapping Datei einen Namen und “Finish”.

Operations Mapping

Operations Mapping

Im “Operations mapping editor” definieren wir eine Operation/Mapping und nutzen unsere JAXB-Klasse de.codecentric.partnersuche.Dfhcommarea als Ein- und Ausgabe.
Der Name der Operation kann frei gewählt werden. Unser aufzurufendes CICS Programm hat den Namen PARTNER1.

Operations Mapping Editor - Operation hinzufügen

Operations Mapping Editor – Operation hinzufügen

Operation definieren

Operation definieren

Wenn unsere Operation fertiggestellt ist, speichern wir das Mapping über den normalen Speicher-Befehl.

Mule Mainframe Adapter generieren

Nachdem wir jetzt noch komplett in der LegStar Welt waren, kommt jetzt endlich Mule ins Spiel. Über den “Generate” Button im “Operations mapping editor” können wir sowohl einen Mule Mainframe Adapter als auch einen Mule Mainframe Proxy erzeugen.

  • Der Adapter dient zum Aufruf von Mainframe Programmen aus einer Mule App heraus.
  • Den Proxy benötigen wir für die Gegenrichtung – Mainframe ruft Mule.

Ich zeige im folgenden die Erzeugung des Adapters. Dazu klicken wir auf “Generate” und wählen den “Mule Mainframe Adapter Generator”.

Operations Mapping Editor - Adapter generieren

Operations Mapping Editor – Adapter generieren

Jetzt sind wir nur noch einen Dialog von einer ausführbaren Mule Applikation entfernt. Dieser Dialog hat es allerdings in sich.

Mule Mainframe Adapter Generator

Mule Mainframe Adapter Generator

In diesem wird folgendes festgelegt:

  • Mainframe character set: Mit welchem Encoding arbeitet der Mainframe. Dieses sollte bei den Mainframe Administratoren erfragt werden.
  • Client to Adapter payload: Hier können wir entscheiden, ob unsere Mule Anwendung die fachlichen Daten in XML Form – entsprechend des generierten XML Schemas – oder eine befüllte Instanz der Klasse de.codecentric.partner.partner.Dfhcommarea liefern möchte. Wir gehen den Java Weg.
  • Adapter to Mainframe transport: Für die Kommunikation zum Mainframe können drei Protokolle verwendet werden: HTTP, WebSpere MQ und Sockets. Wir verwenden den HTTP Transport.
  • (Mainframe HTTP) settings: Dieser Block des Dialogs hängt von dem verwendeten Kommunikationsprotokoll (Transport) ab. Im Falle von HTTP ist hier der Host und Port des CICS Web Support anzugeben. Der Pfad zeigt auf die installierten LegStar Mainframe Komponenten (Das C/370 Programm LSWEBBIN).
  • 1. Hinweis: Im Pfad versteckt sich auch die Transaktion unter der das Mainframe Programm aufgerufen wird! CWBA ist eine Standardtransaktion des CICS Web Support.
  • 2. Hinweis: In der aktuellen Version des LegStar Eclipse Plugins (3.1.0) werden die Authentifizierungsdaten (User ID, Password) vom Plugin ignoriert. Ich zeige später wie diese direkt im Mule Flow eingetragen werden.

Das Ergebnis ist der Mule Flow (mule-config.xml) und zwei Mule Transformer
(DfhcommareaToHostMuleTransformer, HostToDfhcommareaMuleTransformer) die wiederum die generierten LegStar Transformer nutzen.

Übersicht der erzeugten Artefakte

Um nicht den Überblick über die vielen erzeugten Artefakte zu verlieren, eine kleine Übersicht:

LegStar und Mule Artefakte

LegStar und Mule Artefakte

Mule Studio + LegStar Eclipse Plugin

Das LegStar Plugin ist für ein “pures” Eclipse plus Mule Standalone 3.1.2 erstellt worden und daher leider nicht vollständig kompatibel zu Mule Studio 3.3.1.
Damit unser generierter Mule Flow in Mule Studio lauffähig ist, müssen wir zwei Änderungen vornehmen:

1. mule-config.xml in partnersuche.xml kopieren

Den Inhalt (XML) des generierten Mule Flows (conf/mule-config.xml) kopieren wir in den von Mule Studio angelegten Flow (src/main/app/partnersuche.xml).
Den conf-Ordner können wir anschließend löschen.

2. Mule 3.1.2 Bibliotheken entfernen

Das LegStar Plugin hat zwei Mule 3.1.2 Bibliotheken zum Classpath unseres Projektes hinzugefügt (mule-core-3.1.2.jar und mule-transport-http-3.1.2.jar). Da sich diese mit den ebenfalls im Classpath befindlichen Mule 3.3.1 Bibliotheken beißen, müssen wir die alten Bibliotheken aus dem Classpath entfernen.
Wir rufen dazu die “Properties” unseres Eclipse Projekts auf und entfernen unter “Java Build Path” -> “Libraries” den “LegStar Mule library container”. Anschließend fügen wir über “Add External JARs…” folgende vier Bibliotheken aus dem Eclipse Plugins Verzeichnis (MuleStudio/plugins/com.legstar.eclipse.plugin.mulegen_3.1.0/lib) wieder hinzu:

  • legstar-mule-generator-3.1.0.jar
  • legstar-mule-generator-3.1.0-javadoc.jar
  • legstar-mule-transport-3.1.0.jar
  • legstar-mule-transport-3.1.0-javadoc.jar
Java Build Path

Java Build Path

Mule Flow

Der Mule Flow sieht jetzt (nach zusätzlichen kosmetischen Änderungen) wie folgt aus:

Generierter Flow

Mule Flow

<!-- Transform serialized java objects to mainframe data -->
<legstar:java-to-host-transformer
	name="suchePartnerJavaToHost" hostCharset="IBM01141"
	class="de.codecentric.partnersuche.cixs.DfhcommareaToHostMuleTransformer" />

<!-- Transform mainframe data to serialized java objects -->
<legstar:host-to-java-transformer
	name="suchePartnerHostToJava" hostCharset="IBM01141"
	class="de.codecentric.partnersuche.cixs.HostToDfhcommareaMuleTransformer" />

<!-- Wrap mainframe data in a LegStar request for mainframe program execution -->
<legstar:host-to-legstar-transformer
	name="suchePartnerHostToLegStar" hostCharset="IBM01141">
	<legstar:host-program name="PARTNER1"
		maxDataLength="70">
	</legstar:host-program>
</legstar:host-to-legstar-transformer>

<!-- Unwrap LegStar response to mainframe program execution -->
<legstar:legstar-to-host-transformer
	name="suchePartnerLegStarToHost" />

<http:endpoint name="suchePartnerClientEndpoint"
	exchange-pattern="request-response" 
	address="http://localhost:3280/suchePartner"
	doc:name="HTTP">
	<byte-array-to-object-transformer
		name="byte-array-to-object-transformer" />
</http:endpoint>

<legstar:endpoint name="mainframeRequestEndpoint"
	exchange-pattern="request-response" 
	address="legstar://mainframe:4081/CICS/CWBA/LSWEBBIN" />

<flow name="suchePartnerAdapter" doc:name="suchePartnerAdapter">
	<inbound-endpoint ref="suchePartnerClientEndpoint"
		doc:name="HTTP Endpoint" exchange-pattern="request-response" />
	<outbound-endpoint ref="mainframeRequestEndpoint"
		transformer-refs="suchePartnerJavaToHost suchePartnerHostToLegStar"
		responseTransformer-refs="suchePartnerLegStarToHost suchePartnerHostToJava"
		doc:name="LegStar Endpoint" exchange-pattern="request-response" />
</flow>

partnersuche.xml
Der Flow an sich besteht aus zwei Endpoints. Ein HTTP Inbound Endpoint nimmt das serialisierte Java Objekt (Dfhcommarea) entgegen und der LegStar Outbound Endpoint schickt den Copysatz zum Mainframe. Damit diese Endpoints ihre Arbeit verrichten können, sind jeweils eine Eingangs- und Ausgangs-Adresse (address) konfiguriert.
Die Transformationen zwischen Java und Copysatz (und vice versa) sind in den Transformer-Referenzen (transformer-refs, responseTransformer-refs) versteckt.

  • legstar:java-to-host-transformer, legstar:host-to-java-transformer: Diese im letzten Schritt generierten Mule Transformer nutzen die LegStar Transfomer um aus der Dfhcommarea einen Bytestrom entsprechend des Copysatzes zu erzeugen und vice versa. Konfiguriert ist jeweils das im Wizard angegebene Mainframe Encoding.
  • legstar:host-to-legstar-transformer, legstar:legstar-to-host-transformer: Diese zwei Mule Transfomer aus der LegStar Distribution erweitern den Copysatz um LegStar spezifische Properties. Die LegStar Mainframe Komponente erfährt in diesen Properties welches Zielprogramm es aufzurufen hat (name=“PARTNER1″) und die Maximallänge des Copysatzes (maxDataLength=“70″) – beides ebenfalls Informationen aus dem Wizard.

CICS Web Support Authentifizierung

Bei der Einrichtung der CICS Web Support muss man sich entscheiden, ob und wie der CICS Web Zugang und somit der Zugriff über LegStar auf die CICS Programme geschützt werden soll. Falls BASIC konfiguriert wird, nutzt CICS eine HTTP basic authentication.
Wie bereits erwähnt, läuft die Angabe der User ID und des Passworts im Wizard leider ins Leere. Wir müssen User ID und Passwort im legstar:endpoint im address Parameter angeben:

<legstar:endpoint name="mainframeRequestEndpoint"
	exchange-pattern="request-response"
	address="legstar://userid:passwort@mainframe:4081/CICS/CWBA/LSWEBBIN" />

Alternativ kann der LegStar Endpoint (outbound:endpoint und legstar:endpoint) durch einen “normalen” HTTP Outbound Endpoint ersetzt werden:

<http:outbound-endpoint
	transformer-refs="suchePartnerJavaToHost suchePartnerHostToLegStar"
	responseTransformer-refs="suchePartnerLegStarToHost suchePartnerHostToJava"
	doc:name="LegStar Endpoint" exchange-pattern="request-response" 
	host="mainframe" port="4081" path="CICS/CWBA/LSWEBBIN" 
	mimeType="application/octet-stream"
	user="userid" password="passwort" />

Dies ist die auch die richtige Wahl, falls die Kommunikation zum CICS Web Support per HTTPS geschützt wird – der LegStar Endpoint unterstützt in der aktuellen Version kein HTTPS.

Hinweis: Bei Verwendung des HTTP Outbound Endpoints muss der mimeType angegeben werden (application/octet-stream).

Testen der Mule Applikation

Nach den vorhergehenden „Korrekturen“ an unserer Mule Applikation bzgl. Mule Studio und der Authentifizierung ist diese vollständig und wir sind fast am Ende des Tutorials angelangt. Natürlich muss die Korrektheit der Applikation noch getestet werden. Zumindest zeige ich wie ein solcher Test aussehen kann, falls der passende Mainframe zur Verfügung steht.

Verwendung eines VM Inbound Endpoints

Um die Mule Applikation leichter testen zu können, ersetzen wir den HTTP Inbound Endpoint (inbound-endpoint und http:endpoint) durch einen VM Inbound Endpoint.

<vm:inbound-endpoint exchange-pattern="request-response"
	path="partnersuche" doc:name="VM Endpoint" />
Mule Flow mit VM Endpoint

Mule Flow mit VM Endpoint

JUnit Test

Unser Unit-Test sieht dann wie folgt aus:

public class PartnersucheTest extends FunctionalTestCase {

	@Test
	public void test() throws MuleException {

		Dfhcommarea dfhcommarea = new ObjectFactory().createDfhcommarea();
		dfhcommarea.setPartnerNr("1234567890");

		MuleMessage muleMessage = muleContext.getClient().send(
				"vm://partnersuche", dfhcommarea, null);

		Object payload = muleMessage.getPayload();
		Assert.assertTrue("Payload ist keine Dfhcommarea",
				payload instanceof Dfhcommarea);

		dfhcommarea = (Dfhcommarea) payload;
		Assert.assertEquals("Max", dfhcommarea.getVorname());
		Assert.assertEquals("Mustermann", dfhcommarea.getName());
	}

	@Override
	protected String getConfigResources() {
		return "src/main/app/partnersuche.xml";
	}
}

PartnersucheTest.java

Wir erben vom FunctionalTestCase, der im Hintergrund eine Mule Instanz hochfährt.
In der Testmethode füllen wir die Dfhcommarea mit einer Partnernummer, schicken sie an den VM Endpoint und die Payload der Antwort-Message ist wiederum eine Dfhcommarea mit Name und Vorname des gesuchten Partners.

Hinweis:
Damit der Unit-Test korrekt funktioniert, muss Log4j konfiguriert werden. Dazu kann folgende log4j.xml in src/test/resources kopiert werden: https://raw.github.com/codecentric/legstar-beispiel/master/partnersuche/src/test/resources/log4j.xml

Weitere Teile dieser Artikelserie

  1. Was ist ein ESB und wofür kann man ihn nutzen?
  2. Tutorial “Enterprise Service Bus mit Mule ESB”: Hello World/Bus
  3. Tutorial “Enterprise Service Bus mit Mule ESB”: MuleMessage und Java-Komponenten
  4. Tutorial „Enterprise Service Bus mit Mule ESB“: Nachrichten mit Java transformieren
  5. Tutorial „Enterprise Service Bus mit Mule ESB“: Integration von CICS Programmen
  6. Tutorial “Enterprise Service Bus mit Mule ESB”: Transport, Connector, Endpoint: Ein paar Grundlagen…
  7. Tutorial “Enterprise Service Bus mit Mule ESB”: Performance und Threads
  8. Tutorial “Enterprise Service Bus mit Mule ESB”: Steuerung und Kontrolle per JMX
  9. Veröffentlichen von Informationen zu Mule Applikationen im Maven-Umfeld
  10. Tutorial “Enterprise Service Bus mit Mule ESB”: Exceptions und Email

Andreas Fritz ist seit mehr als 15 Jahren in verschiedenen Rollen im IT-Sektor tätig und unterstützt Kunden – hauptsächlich Versicherungen – in der Planung und Implementierung von Individualsoftware, sowie allgemein der Optimierung ihrer IT Landschaft. Bevorzugt nutzt er dafür agile Vorgehensmodelle wie z.B. Scrum. Seine Leidenschaft gilt der Softwarearchitektur in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen und der Software-Handwerkskunst. Er ist jederzeit offen für neue Errungenschaften in der Software-Welt.

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Kommentare

  • Dirk Olmes

    Klasse Artikel!

    Allerdings verwendest du im Unit Test noch das mule-client Modul via new MuleClient(muleContext). Das erzeugt nur unnötige Abhängigkeiten auf mule-module-client.

    Seit Mule 3 kann man sich für Unit Tests einfach den lokalen MuleClient holen:

    muleContext.getClient()

    Dieser ist weitestgehend API-kompatibel zum „anderen“ MuleClient.

    -dirk

    • Andreas Fritz

      Hallo Dirk,

      Danke für den Hinweis. Habe ich angepasst.
      Ich hatte nicht mehr im Kopf, wie ich an den Client herankomme und hab dann wohl eine veraltete Kopiervorlage erwischt.
      Hätte ich mal in die Schulungsunterlagen geschaut 😉

      Viele Grüße
      Andreas

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