Fotoverwaltung und Galerien – Teil 1: Fotoverwaltung

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In dieser Blogserie, bestehend aus drei Teilen, soll es um meine digitalen Fotoverwaltung gehen und wie ich Fotogalerien erzeuge, die ich als statische Webseite veröffentlichen kann. Warum dieser Beitrag im Tech Blog der codecentric landet, liegt auf der Hand: In erster Linie bin ich Softwareentwickler und habe dank dieses Berufes die Möglichkeit, mir meine Werkzeuge selbst zu programmieren und genau auf meine Bedürfnisse anzupassen. Daher kann ich mein Hobby, die Fotografie, um meine beruflichen Erfahrungen erweitern und mir die Arbeit mit der Fotoverwaltung  und dem Bereitstellen von Galerien vereinfachen. Meine programmatische Lösung für die automatisierte bzw. vereinfachte Bereitstellung und Verwaltung meiner Fotos wird daher in dieser Serie Thema sein.

Warum ich dieses Thema in drei Teile schneide ist ebenso schnell erklärt: im ersten Teil soll es darum gehen, wo und wie ich meine Fotos speichere und verwalte, denn ich habe in den vergangenen Jahren diverse Tools kommen und gehen sehen, sowie einige Cloud-Dienste ausprobiert und war nie so wirklich glücklich mit den gegebenen Möglichkeiten.

Der zweite Teil handelt das Thema “Galerien” ab, welches für mich bis dato ein “pain point” war, da ich hier sehr viel Zeit und Energie investieren musste, um zu einem adäquaten Ergebnis zu gelangen. Außerdem fühlte sich das Erzeugen von Galerien aus Sicht eines Softwareentwicklers immer sehr unnatürlich an, da sich einzelne Schritte immer wiederholten. 

Der dritte und letzte Teil führt die aufgeführten Punkte der vorhergegangen Beiträge zusammen: Dort wird beschrieben, wie ich mit Hilfe meines Verwaltungssystems automatisch generierte Fotogalerien erzeuge, die dann auf meinen Server deployed werden.

Genug der Vorgeschichte, tauchen wir direkt in den ersten Teil der Serie ab!

Teil 1: Fotoverwaltung

Fotoverwaltung auf dem lokalen Rechner

Zu Beginn meines “Fotografen”-Daseins hatte ich nicht groß darüber nachgedacht, wie und wo ich meine Bilder ablegen, geschweige denn wie ich sie strukturieren möchte. Vielmehr landeten sie unsortiert im Ordner “Meine Bilder”. Erst nach ein paar Jahren, als ich auf meine erstes MacBook umgestiegen bin und meine Daten migrieren musste, fing ich an über eine sinnvolle Struktur und einen Ablageort nachzudenken. Also begann ich damit, alle Fotos mit Apple iPhoto zu verwalten und in Alben zu sortieren. Dies kostete neben Zeit vor allem Nerven und auch die Namen der Alben wollten gut überlegt sein, denn ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits keine Lust mehr mir nochmals Gedanken über dieses Thema machen zu müssen. Recht schnell kam ich auf die nicht sehr innovative aber effektive Vorgehensweise, im Namen der Alben das Jahr und Monat der jeweiligen Aktivität als Präfix einzupflegen. Hierdurch wurde es möglich, Alben in chronologischer Reihenfolge zu sortieren.

Dies ging solange gut, bis die Weiterentwicklung von iPhoto eingestellt wurde und ich umdenken musste: Wohin also nun mit der iPhoto-Bibliothek? Was passiert mit der ganzen Arbeit die ich in die Strukturierung der Bilder gesteckt habe? Was wäre eine Alternative, die nicht weniger gut und vor allem auch kostenlos ist? Und auch: Ist es überhaupt sinnvoll weiterhin auf proprietäre Tools zu setzen?

Die Suche nach einer alternativen Software gestaltete sich schwierig, da viele in iPhoto vorhandenen Funktionen, wie beispielsweise die automatische Gesichts- und Personenerkennung, in keinem anderen Tool zu finden waren und sich die iPhoto-Metadaten auch nicht importieren ließen. Nach diversen Anlaufschwierigkeiten habe ich meine iPhoto-Bibliothek nach Picasa (ein Tool von Google) migriert und diese dort mit den gegebenen Mitteln weiter ausgebaut. Dies hatte zudem den Vorteil, dass Picasa auch für andere Plattformen erhältlich war. Auch diese Vorgehensweise verlief ein paar Jahre ohne Probleme, bis Google beschloss, Picasa aufzugeben. – So ging die Suche erneut von vorne los und der Frust war groß.

Zu diesem Zeitpunkt war ich der Tools bereits überdrüssig und beschloß, die Fotos nur noch über das Dateisystem zu verwalten, da dies in meinen Augen auch weiterhin ein fester Bestandteil der diversen Betriebssysteme bleiben wird. Die Alben aus Picasa wurden daher zu Ordnern und die enthaltenen Fotos habe ich mit Hilfe der EXIF-Daten ebenfalls einheitlich umbenannt, sodass sich die Dateinamen aus dem Aufnahmedatum und dem Zeitstempel zusammensetzen. Zumindest das Problem der Toolauswahl und Strukturierung meiner Fotos war damit vom Tisch.

Migration in die Cloud

Im Zuge der Abkehr von bestimmten Tools habe ich auch nach einer Möglichkeit gesucht, meine Fotos nicht mehr nur auf meinem MacBook zu speichern, sondern diese zwischen meinen Rechnern zu synchronisieren. Logische Konsequenz war daher die Suche nach adäquatem Cloud-Speicher. Doch der Gedanke, meine privaten Fotos in die Hände eines “Unbekannten” zu geben, war mir nicht sehr genehm, wodurch alle gängigen Cloud-Anbieter wie Dropbox, iCloud, Google Drive, Amazon oder Microsoft ausgeschlossen waren. Auch wenn mein Denken an dieser Stelle rückwärtsgewandt zu scheinen mag, so wollte ich dennoch wissen, an welchem geografischen Ort sich meine Daten befinden und möglichst sicher sein, dass diese auch nur dort sind.

Die Entscheidung fiel also auf eine private Cloud mit einer On-Premise-Installation einer Cloud-Software, die für alle Betriebssysteme eine Synchronisations-Software anbietet. Im Rahmen meiner Recherche bin ich auf NextCloud (einem Fork von OwnCloud) sowie Seafile gestoßen. Da ich erstere auf meinem bereits vorhandenen PHP- und MySQL-Stack laufen lassen konnte, habe ich mich für diese entschieden, mit dem Import meiner Fotos angefangen und alle Daten in “meine” Cloud auf meinen Server verschoben. Die Entscheidung fiel zudem aus monetären Gründen: Natürlich hätte ich auch ein NAS-System oder ähnliches bei mir aufstellen können, was jedoch zu Rüstkosten geführt hätte, die ich mit dem Einsatz von NextCloud nicht aufbringen musste.

NextCloud-Oberfläche mit Ordnerliste der Fotoalben im Browser

NextCloud-Oberfläche mit Ordnerliste der Fotoalben im Browser

Sicherheit hat seinen Preis

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt beim eigenständigen Verwalten einer Cloud-Instanz ist die Konfiguration der Software und des darunterliegenden Betriebssystems. Natürlich ist darauf zu achten, dass sowohl die NextCloud-Installation als auch das Betriebssystem selbst stets aktuell gehalten werden, um möglichen Angriffen aus dem Weg zu gehen. Dies ist Dank des eingebauten Updaters sehr einfach möglich, muss jedoch in regelmäßigen Abständen selbstständig kontrolliert werden. Zudem bieten die Entwickler von NextCloud auch ein Security-Scan-Tool an, welches die Instanz von außen überprüfen kann. Natürlich ist es nicht sinnvoll, sich blind auf diese Angaben zu verlassen, da sie nur Anhaltspunkte für mögliche Schwachstellen offenbaren.

NextCloud Security Scan Übersicht mit A+ Bewertung

NextCloud Security Scan Übersicht mit A+ Bewertung

Auch die Wahl des Passwortes ist ein wichtiger Faktor. Gerade für den Administrationszugang sollte dies kein triviales sein und folgender Daumenregel folgen: Es sollte mindestens 16 Zeichen lang sein, eine Zahl, einen Groß- sowie Kleinbuchstaben und ein Sonderzeichen enthalten (vgl. auch die Empfehlung des BSI). 

Darüber hinaus ist der Einsatz von SSL dringend zu empfehlen. Nicht zuletzt in Zeiten, in denen SSL-Zertifikate mit denkbar wenig Aufwand erzeugt und eingesetzt werden können (Let’s Encrypt lässt grüßen).

Fazit

Mit diesem Setup arbeite ich nun seit über vier Jahren und bin sehr zufrieden; sowohl mit der Bedienbarkeit der Cloud, als auch dem Aufwand, diese zu verwalten. Da ich in regelmäßigen Abständen alle in der Cloud gespeicherten Daten auf einer Festplatte bei mir zu Hause sichere, habe ich auch keine Sorge, dass meine Daten plötzlich verschwinden. In den vergangenen Jahren habe ich neben meinen Fotos auch meine Kontakte und Kalender in die NextCloud migriert, kann über CalDav bzw. CardDav auf diese zugreifen und bin mir gewiss, dass diese nicht bei Google, Apple oder Microsoft liegen.

Im nächsten Teil über Fotoverwaltung geht es darum, wie ich aus meinen Fotos statische Fotogalerien als Webseite erstellt habe bzw. welche Odyssee ich auch hier hinter mich gebracht habe.

Stephan Köninger

Stephan arbeitet als Software-Entwickler mit dem Schwerpunkt Web-Frontend-Entwicklung für die codecentric. Themen wie Java, Spring und Hibernate sind ihm nicht fremd, was ihn zu einem Full-Stack-Entwickler macht. Zudem ist das Thema Automatisierung sowie Testing ebenfalls wichtiger Bestandteil seines täglichen Arbeitens.

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